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Dorferneuerung „Zukunft Waldthurn „mit pfiffigen Lösungen die Chancen der Dorferneuerung nutzenLenkungsausschuss und Marktrat bei gemeinsamer Ortsbegehung in Waldthurn
Bei strahlendem Sonnenschein machten sich der Marktgemeinderat und die Mitglieder des Lenkungsausschusses bei einer gemeinsamen Ortsbegehung durch ihren Markt Waldthurn ein Bild von der aktuellen Situation vor Ort. Bürgermeister Beimler stellte die Konzepte und Lösungsansätze für die markanten Gebäude und Straßen im Ort dar. In Begleitung von Herrn Spiller, ALE Regensburg und Dipl.Ing. Wartner und Dipl.Ing.Drexl vom Planerteam erläutert er den Teilnehmern vor Ort Ansätze des Dorferneuerungskonzeptes Waldthurn mit seinen Ideen und mit Vorschlägen für die mögliche Umsetzung der Maßnahmen.
Startpunkt des Spaziergangs war Am Rathaus Waldthurn. Die Maßnahme Bernriether Straße als kompletter Vollausbau ist abgeschlossen. Weiter ging es über das stilllegte „Tradrangl“, mit Hinweis in der Fahrenbergstraße auf die Aktion „Verkabelung der Hochspannungsleitung und Entfernung des Trafohäuschen“.
Beim ehemaligen Lobkowitzschloss, dem heutigen Pfarrheim und der Kindertagesstätte St. Josef verwies der Bürgermeister noch einmal auf das Planungskonzept zum Konjunkturpaket II mit Nutzung des Schlosses als Pfarr- und Gemeindezentrum. Die Regierung der Oberpfalz hatte dem Bürgermeister im heutigen Gespräch zugesagt, dass der Markt Waldthurn seine Projekte mit Mitteln aus der FAG-Förderung, der Dorferneuerung, des Denkmalschutzes und anderer Fördertöpfe verwirklichen und die „Zukunft Waldthurn“ so gesichert werden kann. Für Verwaltungsgebäude gibt es keine Förderung. Für das Lobkowitz-Schloss kann sich das Amt für ländliche Entwicklung eine Förderung bei gemeindlicher Teilnutzung vorstellen Die Maßnahmen können über einen 5-Jahreszeitraum umgesetzt werden.
In der Hauergasse kennzeichnete der Bürgermeister den Verlauf des ehemaligen Marktgrabens und erläuterte die geförderte Maßnahme „Luhmühlweg“. Über das Danzerrangl kam die Gruppe zu einem markanten Teil des Ortskerns, dem Schlossgraben mit dem ehemaligen Raiffeisengebäude. Sicherlich kann dieses „Kleinod“ in Privatbesitz mit Mitteln aus der Dorfneuerung gut gestaltet werden.
Der Weg führte weiter zum Schulgebäude mit Turnhalle. Bürgermeister Beimler stellte die verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten des Gebäudes angesichts der sinkenden Schüler- und Kinderzahlen dar. Die energetische Sanierung des Gebäudes ist mit einem sehr hohen finanziellen Aufwand verbunden.
Die Regierung der Oberpfalz und das Amt für Ländliche Entwicklung regen an, eine bedarfsgerechte Lösung zu finden. Herr Spiller vom Amt für ländliche Entwicklung betont, dass alle Maßnahmen, ob öffentliche oder private, mit pfiffigen Lösungsansätzen sehr gute Chancen haben, aus den Mitteln der Dorferneuerung gefördert zu werden. Private Förderung kann jeder in Anspruch nehmen, der im Fördergebiet liegt und in der Regel nach einem Beratungsgespräch einen Antrag gestellt hat. Voraussichtlicher Zeitpunkt für die Anordnung der Dorferneuerung Waldthurn wird Ende 2009 Anfang 2010 sein. Bis dahin muss ein tragfähiges Konzept vorliegen um dann das Fördergebiet in Waldthurn festgelegen zu können. Bei einer kurzen Pause im Marktstüberl werden noch einmal die wichtigsten Punkte zusammengefasst. Schritt für Schritt sollen die einzelnen Maßnahmen im Rahmen der Dorferneuerung geplant, finanziell gesichert und umgesetzt werden. Bürgermeister Beimler möchte in intensiver Zusammenarbeit mit dem Planerteam Drexl, Donaubauer und Wartner und Arch. Meißner ein schlüssiges, nachhaltiges „Waldthurner Konzept“ für Verwaltung, Schule, KiTa und Lobkowitzschloss und die gesamte Gemeinde entwickeln, und dieses in ein paar Wochen den Entscheidungsträgern der Regierung der Oberpfalz vorlegen. Die gute Zusammenarbeit mit der Kirche als Träger der KiTa und des Lobkowitzschlosses ist Voraussetzung für die Maßnahme. In einer Info-Veranstaltung sollen die Bürgerinnen und Bürger Waldthurns über das Projekt Dorferneuerung informiert werden Die Bevölkerung ist wesentliches Element einer lebendigen, attraktiven Gemeinde mit Zukunft.
Die Ortsbegehung nimmt ihren Abschluss am Kriegerdenkmal mit Blick auf den Marktplatz, das „ Wohnzimmer Waldthurns“.
Die engagierten Vertreter des Lenkungsausschusses, des Marktgemeinderates und des Planerteams lieferten bereits gute Lösungsansätze für die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen und gehen mit viel Einsatz und Engagement an das Großprojekt Gemeindeentwicklung und Dorferneuerung „Waldthurn hat Zukunft“ heran.
Unter diesem Motto reisten die Mitglieder des Lenkungsausschusses und des Marktgemeinderates am 6. und 7. März 2009 nach Paulsdorf (Gemeinde Freudenberg) zu einem Seminar der Dorferneuerungsschule Plankstetten. Den 26 Teilnehmern beider Gremien wurden in dem zweitägigen Grundlagenseminar von den Moderatoren und Referenten der Dorferneuerungsschule und Mitgliedern unseres Planungsteams, Dipl.Ing. Helmut Wartner und Dipl.Ing. Dieter Drexl, die Vorgehensweise und die Ideen zur Umsetzung der Gemeindeentwicklung und Dorferneuerung in Waldthurn vermittelt.
Der Seminarauftakt am Freitagnachmittag war geprägt von den Diskussionen über die Chancen und Risiken in Waldthurn. In Arbeitsgruppen wurden einige Schwerpunktthemen intensiver behandelt. Was könnte junge Menschen und Familien bewegen, in Waldthurn zu bleiben oder nach Waldthurn zu ziehen? Was könnte die Attraktivität des Ortszentrums steigern? In intensiven Gruppenarbeiten wurde der Ist-Zustand mit den Stärken und Schwächen unseres Marktes Waldthurn herausgearbeitet.
Alle Gruppen stellen überwiegend die Stärken unseres Marktes Waldthurn heraus.
Besonderheiten und Chancen sind die schöne Landschaft an der Sonnenseite des Fahrenbergs, das gute Vereinsleben mit einer funktionierenden Vereinsgemeinschaft, zahlreiche Freizeitmöglichkeiten, eine gute Grundversorgung und das gute Miteinander von kirchlicher und weltlicher Gemeinde. Die Risiken und Probleme werden mit großer Sorge betrachtet. Vor allem die demographische Entwicklung, die rückläufigen Einwohnerzahlen und sinkende Geburtenrate können sich auf die Eigenständigkeit der Gemeinde auswirken. Ein reduziertes Betreuungsangebot der Kindertagesstätte und leer stehende Räume in der Schule könnte diese Einrichtungen in ihrem Fortbestand gefährden. Die Präsentationen der Vorschläge auf die eine oder andere Frage lösten lebhafte Gespräche und Diskussionen aus, die bei einem gemeinsamen Abendessen im intensiven Gedankenaustausch vertieft wurden.
In der beigefügten Dokumentation können Sie die positive Stimmung und die wichtigsten Ergebnisse des Seminars nachlesen.
In kurzen Vorträgen der Moderatoren und Beiträgen der Teilnehmer wurden die Problemfelder "Ortskern Waldthurn", "demographischer Wandel", "Wasser und Landschaft" sowie "Spielplätze und Lernumfeld" anhand von nachahmenswerten Beispielen unter die Lupe genommen. Der Marktplatz, das "Wohnzimmer" Waldthurns, verfügt über ein geschlossenes Gebäudeensemble. Leerstehende Häuser und sanierungsbedürftige Bausubstanz lassen die "gute Stube" nicht gerade attraktiv erscheinen. Fehlende Parkplätze gefährden den Standort der Geschäfte. Einstimmig beschließen die Seminarteilnehmer in dem "Wohnzimmer" Waldthurns keine Baulücke hinzunehmen - das "Wohnzimmer" soll als Ganzes erhalten bleiben, mit mehr "Grün" verschönert und wohnlicher gestaltet werden.
Die Geschäfte, die Ärzte, die Dienstleister und Firmen müssen erhalten bleiben um die Attraktivität "unseres Waldthurn" zu erhalten.
Die Waldthurner selbst haben es in der Hand, ob die vorhandenen Geschäfte und Dienstleister in "ihrem Waldthurn" erhalten werden.
Waldthurn steht im Konkurrenzkampf um die Bewohner mit allen anderen umliegenden Gemeinden.
Waldthurn muss sich mit etwas Besonderem herausstellen, was die anderen nicht haben und damit die Attraktivität des Ortes und der Gemeinde für seine jetzigen und zukünftigen Bewohner erheblich verbessern. Waldthurn muss lebenswert erscheinen.
Breiten Raum in der Diskussion nahm das vom Marktgemeinderat einstimmig beschlossene Konzept zur zukünftigen Nutzung der Schule, der Kindertagesstätte und des Lobkowitz- Schlosses (Pfarrheim) im Rahmen des Konjunkturpaketes II ein. Die Marktgemeinde Waldthurn ist nach den Worten von Bürgermeister Beimler aufgefordert worden, im Zusammenhang mit der energetischen Sanierung von öffentlichen Gebäuden ein zukunftsfähiges und nachhaltiges Konzept vorzulegen, das vor allem die demographische Entwicklung berücksichtigt. Die Konzept-Variante 5 legt die energetische Sanierung des bestehenden Schulgebäudes mit Zusammenlegung von Grundschule und KiTa im Schulgebäude als Schul- und Lernzentrum fest. Sinkende Kinderzahlen, ein steigendes Betriebskostendefizit der Kindertagesstätte und steigende Betriebskosten der Schule machen diese Maßnahmen notwendig, um den Fortbestand der KiTa und der Grundschule in Waldthurn zu sichern und die Situation zu entspannen. Der Ausbau der jetzigen KiTa und des Pfarrheims im Lobkowitz-Schloss als Pfarr- und Gemeindezentrum würde eine weitere Nutzung dieser Gebäude nachhaltig sichern. Die beste energetische Sanierung ist kein Energieverbrauch durch Abbruch des bestehenden Rathauses mit Schaffung von dringend notwendigen Parkplätzen im Ortszentrum. Das Gremium, vor allem der Lenkungsausschuss begrüßt das vorgestellte Konzept zum Konjunkturpaket mahnt aber gleichzeitig eine bessere Information der Bevölkerung zu diesem Thema an.
Baudirektor Perzl vom Amt für ländliche Entwicklung gab Informationen und die Rahmendaten des Dorferneuerungsverfahrens und Gemeindeentwicklungskonzeptes Waldthurn bekannt. Mit der Anordnung der Maßnahme kann nach seinen Aussagen bis zum Ende des Jahres 2009 Anfang 2010 gerechnet werden. Erste Maßnahmen im privaten Bereich könnten dann im Jahre 2010 starten. Bis zu dieser Zeit muss das Fördergebiet in Waldthurn fest gelegt werden. Es wird wohl das von Dipl.Ing. Dieter Drexl vorgegebene so genannte "Ei" um den Ortskern sein. Bevor Entscheidungen getroffen werden, muss vom Planungsteam in Zusammenarbeit mit dem Lenkungsausschuss und Marktgemeinderat ein tragfähiges Konzept vorgelegt werden. Private Investoren könnten mit einem Fördersatz von bis zu 30 % (maximal 30.000,--€) rechnen. Unter bestimmten Vorraussetzungen, wie Ensembleschutz des Marktplatzes, können sogar 60 % (maximal 60.000,--€) gefördert werden.
Folgende Hauptpunkte werden noch einmal in Kurzvorträgen der Moderatoren in den Mittelpunkt des Seminars am Samstag gestellt.
„Ortskern unser Wohnzimmer in Waldthurn“
„Der demographische Wandel in Waldthurn“
Wie wollen wir der demographischen Entwicklung in Waldthurn begegnen in Verbindung mit den Themen Ortskern - Innenentwicklung - Infrastruktur etc.?
„Wasser und Landschaft um Waldthurn“
Zusammenhänge und Kostbarkeiten unter dem Aspekt der aktuellen Diskussion in der Gemeinde
Helmut Wartner stellt in einem Kurzvortrag die Kostbarkeit des Wassers und die Zusammenhänge des Wassers im Kreislauf der Natur dar. Wir sind privilegierte 2 % der Weltbevölkerung, die dieses kostbare "Nass" als Selbstverständlichkeit betrachten können und dies achten und schätzen sollten. In Bezug auf die aktuelle Problematik des gemeindlichen Tiefbrunnens sollte überlegt werden, wie wertvoll eine eigene Wasserversorgung ist und in Zukunft sein wird und auch ein Stück Unabhängigkeit bietet.
„Spielplätze und Lernumfeld in Waldthurn“
Die 10 goldenen Regeln der Spielplatzgestaltung mit Hilfen für die Entscheidungsfindung in der gegenwärtigen Situation an der Schule der Gemeinde
Spielplatzgestaltung und Spielplatzbau 10 Goldene Regeln
Anhand von nachahmenswerten Beispielen stellt Helmut Wartner eine optimale Spielplatzgestaltung vor.
Schlagzeilen „Waldthurn 2029“ von den Seminarteilnehmern
Waldthurn - die heimliche Metropole der Oberpfalz - interessant für jung und alt
Zukunft ist Waldthurn
Energie zu verschenken
Waldthurn: eine Gemeinde saniert sich selbst
Waldthurn: der ultimative Wohnort
Waldthurn: ein Kunststück in der Oberpfalz - Entwicklung eines Marktes als Vorzeigegemeinde
Grenzübergreifendes Musterprojekt Waldthurn
Waldthurn: Alt und Jung in Harmonie - 4.000 Einwohner
Sanierung Lobkowitz-Schloss nach 20 Jahren abgeschlossen“ „Gemeindezentrum eröffnet“
Landflucht verhindert enorme Zuzüge in Waldthurn
Waldthurn: ein Markt blüht auf
Harmonisches Ende der Dorferneuerung
Diese Schlagzeilen zeigen die positive Stimmung der Seminarteilnehmer für die Zukunftsentwicklung ihres Marktes Waldthurn.
Wo soll es hingehen für die nächsten 20 Jahre in der Gemeinde Waldthurn?
Erste Schritte für Antworten auf diese Frage werden am Ende des Seminars mit der Erstellung von Leitbildern "Ortskern", "Landschaft", "Grenzübergreifendes" und "Regenerative Energien" für die Gemeindeentwicklung Waldthurn gemacht.
Zukunftsweisend haben die Seminarteilnehmer erste Ansätze für ein Konzept Gemeindeentwicklung und einen dazugehörigen Aktionsplan für die weiteren Schritte und Maßnahmen des Großprojektes "Dorferneuerung Waldthurn" |





